
Malerei - Arbeiten auf
Papier
Damit ist nicht nur die Bezeichnung
der Technik gemeint. Mehr als in früheren Ausstellungen
drängt in den neuen Arbeiten das
Malerische, die Farbe in den Vordergrund.
Die mit Tempera und Acryl auf Papier gemalten Bilder
orientieren sich an dem, was im weitesten
Sinne Natur genannt werden kann. Ohne das etwas konkret
abgebildet wird - eine
Landschaft, bestimmte Pflanzen oder Dinge - entstehen
im Laufe des Malprozesses Formen,
die an Wirkliches, an Bekanntes erinnern.
Organische
Formen dominieren. Wie Schlingpflanzen winden sie
sich durch das Gewirr.
Strukturen, Texturen breiten sich aus, überlagern
sich. Wie Stelen oder Lebensbäume treten
Gebilde aus dem Umraum hervor. Zeichenknäuel,
Kapseln gleich, liegen eingebettet in
malerische Strukturen. Häufig scheint das Bildformat
zu klein zu sein, drängen die Formen
an den Rand und darüber hinaus. Das Wachsende,
Wuchernde, Aufstrebende, sich Ausweitende,
ist in den meisten Arbeiten dieser Ausstellung zu
finden.
Zeichnung über Malerei. Malerei über Zeichnung.
Die Bilder entwickeln, verändern sich
während des Arbeitens. Neues entsteht und versinkt
wieder in tiefere Schichten. Bis ein
annäherndes Gleichgewicht gefunden ist zwischen
Linien, Flächen, Stukturen, Farbe,
Raum und dem »Unbeschreibbarem«, das über
die reine Form hinausgeht.
Richard
Scheffler, 1954 in Hamburg geboren, ist gelernter
Schriftsetzer, hat am Fachbereich
Gestaltung der FH Hamburg (jetzt HAW) studiert, ist
dort als Akademischer Mitarbeiter
tätig und lebt in Horst/Holstein.
Richard
Scheffler