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Carl Ihrke war der wohl populärste
Harburger Künstler der Nachkriegszeit und Liebling der
regionalen Bevölkerung. Kein anderer hat eine vergleichbare
Massenwirksamkeit im Süderelberaum erreicht.
Sein starker Bezug auf Harburger
Themen - die Reste der versinkenden historischen Bausubstanz
in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentieren
- traf den Nerv der Bevölkerung, die ansonsten der moderneren
Kunstentwicklung eher verständnislos gegenüberstand.
Ihrke schien der urbanen
Harburger Bevölkerung eher verbunden, als der regionalen
Oberschicht. Er arbeitete im Freien und war damit ein "öffentlicher
Künstler", ohne Berührungsängste und
egozentrischer Arroganz. Fand ein Bild das Gefallen des Betrachters,
so gab er es auch für ein Paar Mark oder gar umsonst
weiter. Die spontane Begeisterung des "einfachen Mannes" für
seine Arbeiten waren ihm wichtiger, als der Kniefall vor
Kunstspekulanten.

Harburger
Hafen
Der engagierte Jäger
und Sammler historischer Harburger Bausubstanz führte
auf seine Weise einen stillen Kampf gegen die harburginterne
Vernichtung des kulturellen Erbes.
( siehe
auch HEINO
JAEGER )
Als Beispiel sei
der Abriss des Renaissanceflügels des Harburger Schlosses
genannt - gegen die heftigen Proteste der Harburger Bevölkerung.
Diese Entscheidung war ein Schlag ins Gesicht der Süderelberegion
und ist ein mahnendes Beispiel für verfehlte "Denkmalschutzpolitik".

Harburger
Schloß - abgerissener Renaissanceflügel
1983 ist
Carl Ihrke verstorben. Die Harburger haben ihren visuellen
Chronisten und einen Teil des alten Harburg verloren. Der
Nachlass Carl Ihrkes sollte Mahnung und Motivation für
die kommenden Generationen sein, respektvoll mit dem eigenen
kulturellen Erbe umzugehen.
Die Stadtentwicklung Binnenhafen
(channel hamburg) zurück in Richtung stadthistorische
Keimzelle gibt uns die einmalige Chance, einen großen
Fehler der Vergangenheit zu einer kleinen Episode der Harburger
Geschichte zu machen und dem Harburger Schloss etwas Würde
zurückzugeben.
1984 wurde auf Grundlage
von Entwürfen aus dem Nachlass Ihrkes der Fischbrunnen
in der Kleinen Gasse (Lämmertwiete) von Hendrik-Andre
Schulz gestaltet und installiert.
Carl
Ihrke / Info - Fischbrunnen
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