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Sammlung Falckenberg | Collection Of Art

Archiv | PAUL THEK 2008

Paul Thek
"The Tomb - Death of a Hippie"
Stabel Gallery, New York, 1967,
installation view ( documentation / photo )

kulturstiftung phoenix art / sammlung falckenberg - hamburg 2008

 

In New York beginnt Thek an einem Abguß seines ganzen Körpers sowie an einer Serie abgegossener Körperteile in Plexiglaskasten zu arbeiten, wobei ihm der Künstler Neil Jenney assistiert.

thek im studio | arbeitet an the tomb | 1966 | photo - peter hujar

Es entsteht sein erstes Environment, The Tomb (Das Grab), das aus einem hölzernen, rosa gestrichenen Zikkurat und seinem Körperabguß besteht. Auch The Tomb kann als Parodie auf die Miminal Art gesehen werden. The Tomb beginnt seine Ausstellungsreise 1967 in der Stable Gallery und im Whitney Museum of American Art in New York, wo es in The Tomb – Death of a Hippie (Das Grab – Tod eines Hippies) umbenannt-wird, was Thek ein Dorn im Auge ist. `Das Grab hatte nie etwas mit Hippies zu tun... Die Presse hat das angezettelt', schreibt er auf einer Postkarte an den Kunstkritiker Robert Pincus-Witten. Der schreibt im November 1967 in Artforum: Einerseits findet er [Thek] obsessive und feine Ausflüchte, was die theatralische Konfrontation mit scheinbar nicht vorauszusehenden Situationen und Objekten betrifft, und andererseits versucht er, eine unveränderliche und gelassene Welt zu schaffen, die selbst eine Metapher für Ich-Verlust (Schizophrenie) und Tod (katatonische Paralyse) ist.' The Tomb wird erneut 1968 in der Ausstellung The Obsessive Image 1960-1968 im Institute of Contemporary Art in London gezeigt.

Dem Katalog "Paul Thek - The wonderful world that almost was" entnommen, der anlässlich der Retrospektive des amerikanischen Künstlers erschienen ist [Witte de With, center for contemporary art, Rotterdam (03.06.95-08.10.95).



Paul Thek Untitled 1968
aus dem Environment
" A Procession in Honor of the Aesthetic Progress:
Objects to Theoretically Wear, Pull or Wave "

Galerie M. E. Thelen | Essen, 1968

Holzplatte mit aufgeklebten Fotos, präparierter Bussard, Schuhe mit Wachs,
Silberbronze, Farbe, 2 Fotografien in einem Rahmen
130 x 107 x 50 cm

MUMOK - Museum Moderner Kunst - Stiftung Ludwig, Wien
kulturstiftung phoenix art / sammlung falckenberg - hamburg 2008


Paul Thek Untitled 1966
aus der Serie
" Technological Reliquaries "

Holz, Resopal, Metall, Wachs, Farbe, gläserne Perlenschnüre, Harz und Acrylglas
kulturstiftung phoenix art / sammlung falckenberg - hamburg 2008

Der in New York geborene und katholisch erzogene Thek wurde ab 1964 mit Fleisch-Stücken, den "Meat-Pieces", Wachsnachbildungen von Fleischstücken bekannt, die beispielsweise in Plexiglaskästen gesteckt und damals mit Andy Warhols Brillo-Boxes ausgestellt wurden. Dieser Werkkomplex wird auch "Technological Reliquaries" genannt.

Mit der Serie der Technological Reliquaries (Technologische Reliquienschreine) bezieht sich Thek auf den Minimalismus. In einem Interview mit Gene Swenson in Artnews, April 1966, kommentiert er sie: 'Die Dissonanz der beiden Oberflächen von Glas und Wachs gefallt mir: die eine ist klar und glänzend und hart, die andere ist weich und schleimig. Ich versuche, sie in Einklang zu bringen, ohne einen Bezug herzustellen, oder auch anders herum. Anfangs machte die physische Verwundbarkeit des Wachses die Kästen erforderlich, mittlerweile brauchen die Kästen das Wachs. Die Kästen sind still, ihre Präzision ist wie Zahlen, vernunftgemäß. In einem späteren Interview mit der Kritikerin Emmy Huf in der holländischen Zeitung De Volkskrant vom April 1969 sagt er: 'In New York gab es damals eine so enorme Tendenz zum Minimalen, zum Nicht-Emotionalen, sogar zum Anti-Emotionalen,daß ich wieder etwas über Gefühle, über die häßliche Seite der Dinge sagen wollte. Ich wollte der Kunst die Merkmale rohen, menschlichen Fleisches zurückgeben. Die Leute haben das für einen sado-masochistischen Trick gehalten. An so etwas habe ich nicht einmal gedacht. Aber wenn sie es so sehen wollten, dann ist das für mich in Ordnung: Sado-Masochismus ist zumindest eine menschliche Eigentschaft, ist zumindest nicht von Menschen gemacht. Als ich merkte, daß die Leute mich nur noch als den Mann mit dem Fleisch kannten, habe ich damit aufgehört.'

Dem Katalog "Paul Thek - The wonderful world that almost was" entnommen, der anlässlich der Retrospektive des amerikanischen Künstlers erschienen ist [Witte de With, center for contemporary art, Rotterdam (03.06.95-08.10.95).

 


 

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colour_photos: jens ullheimer / netsamurai hamburg