In
New York beginnt Thek an einem Abguß seines
ganzen Körpers sowie an einer Serie abgegossener
Körperteile in Plexiglaskasten zu arbeiten,
wobei ihm der Künstler Neil Jenney assistiert.

Es entsteht
sein erstes Environment, The
Tomb (Das Grab), das aus
einem hölzernen, rosa gestrichenen Zikkurat
und seinem Körperabguß besteht.
Auch The Tomb kann als Parodie auf die Miminal
Art gesehen werden. The Tomb beginnt seine
Ausstellungsreise 1967 in der Stable Gallery
und im Whitney Museum of American Art in
New York, wo es in The
Tomb – Death of a Hippie (Das Grab – Tod
eines Hippies) umbenannt-wird,
was Thek ein Dorn im Auge ist. `Das Grab
hatte nie etwas mit Hippies zu tun... Die
Presse hat das angezettelt', schreibt
er auf einer Postkarte an den Kunstkritiker
Robert Pincus-Witten. Der schreibt im November
1967 in Artforum: Einerseits findet er [Thek]
obsessive und feine Ausflüchte, was
die theatralische Konfrontation mit scheinbar
nicht vorauszusehenden Situationen und Objekten
betrifft, und andererseits versucht er, eine
unveränderliche und gelassene Welt zu
schaffen, die selbst eine Metapher für
Ich-Verlust (Schizophrenie) und Tod (katatonische
Paralyse) ist.' The Tomb wird erneut 1968
in der Ausstellung The Obsessive Image 1960-1968
im Institute of Contemporary Art in London
gezeigt.
Dem
Katalog "Paul Thek - The wonderful
world that almost was" entnommen,
der anlässlich der Retrospektive
des amerikanischen Künstlers erschienen
ist [Witte de With, center for contemporary
art, Rotterdam (03.06.95-08.10.95).

 Paul
Thek Untitled
1968
aus
dem Environment
" A Procession in Honor of the Aesthetic Progress:
Objects to Theoretically Wear, Pull or Wave "
Galerie M. E. Thelen | Essen, 1968
Holzplatte
mit aufgeklebten Fotos, präparierter
Bussard, Schuhe mit Wachs,
Silberbronze, Farbe, 2 Fotografien in einem Rahmen
130 x 107 x 50 cm
MUMOK - Museum Moderner Kunst - Stiftung Ludwig, Wien
kulturstiftung phoenix art / sammlung falckenberg - hamburg 2008

Paul
Thek Untitled
1966
aus der
Serie
" Technological Reliquaries "
Holz, Resopal,
Metall, Wachs, Farbe, gläserne Perlenschnüre, Harz und Acrylglas
kulturstiftung phoenix art / sammlung falckenberg - hamburg 2008
Der in New York geborene und katholisch erzogene Thek wurde ab 1964
mit Fleisch-Stücken, den "Meat-Pieces",
Wachsnachbildungen von Fleischstücken bekannt, die beispielsweise
in Plexiglaskästen gesteckt und damals mit Andy Warhols Brillo-Boxes
ausgestellt wurden. Dieser Werkkomplex wird auch "Technological
Reliquaries" genannt.
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Mit der Serie der Technological
Reliquaries (Technologische Reliquienschreine)
bezieht sich Thek auf den Minimalismus. In einem Interview mit
Gene Swenson in Artnews, April 1966, kommentiert er sie: 'Die Dissonanz
der beiden Oberflächen von Glas und Wachs gefallt mir: die
eine ist klar und glänzend und hart, die andere ist weich
und schleimig. Ich versuche, sie in Einklang zu bringen, ohne einen
Bezug herzustellen, oder auch anders herum. Anfangs machte die
physische Verwundbarkeit des Wachses die Kästen erforderlich,
mittlerweile brauchen die Kästen das Wachs. Die Kästen
sind still, ihre Präzision ist wie Zahlen, vernunftgemäß.
In einem späteren Interview mit der Kritikerin Emmy Huf in
der holländischen Zeitung De Volkskrant vom April 1969 sagt
er: 'In New York gab es damals eine so enorme Tendenz zum Minimalen,
zum Nicht-Emotionalen, sogar zum Anti-Emotionalen,daß ich
wieder etwas über Gefühle, über die häßliche
Seite der Dinge sagen wollte. Ich wollte der Kunst die Merkmale
rohen, menschlichen Fleisches zurückgeben. Die Leute haben
das für einen sado-masochistischen Trick gehalten. An so etwas
habe ich nicht einmal gedacht. Aber wenn sie es so sehen wollten,
dann ist das für mich in Ordnung: Sado-Masochismus ist zumindest
eine menschliche Eigentschaft, ist zumindest nicht von Menschen
gemacht. Als ich merkte, daß die Leute mich nur noch als
den Mann mit dem Fleisch kannten, habe ich damit aufgehört.'
Dem
Katalog "Paul Thek - The wonderful world that almost was" entnommen,
der anlässlich der Retrospektive des amerikanischen Künstlers
erschienen ist [Witte de With, center for contemporary art, Rotterdam
(03.06.95-08.10.95).
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