| artplacement | künstlergruppe | startseite
  | hanne darboven | termine
  | heino jaeger  
  | streetart hamburg | impressum
  | kunst | index  
  | harburg kunsthistorisch  

..........

 

  | hamburger süden in FOTOS  
| kunst im öffentlichen raum harburg
| kunstverein harburger bahnhof archiv
| schauraum | produzentengalerie harburg
. FALCKENBERG ARCHIV
| Otto Muehl

 

Sammlung | Falckenberg Collection of Art | ARCHIV 2005

Falckenberg ||| P H O T O _ G A L L E R Y

Sammlung FALCKENBERG ||| HOME

Ausstellungen | ARCHIV


OTTO MUEHL | Eine Retrospektive
endete am / closed on September 22, 2005

foto: jens ullheimer
Foto: Jens Ullheimer
Muehl-Hamburg-2004

Die Ausstellung wurde ursprünglich vom Museum für Angewandte Kunst Wien unter der Direktion von Peter Noever vorbereitet und 2004 in Wien gezeigt. In Österreich lag der Schwerpunkt in der Präsentation des malerischen Werks.

Museum für Angewandte Kunst, Wien

Die jetzt nach Hamburg-Harburg gewanderte Ausstellung stellt 18 filmisch dokumentierte Aktionen der 60er Jahre großformatig projeziert in den Vordergrund.


harburg magazin ansehen

 

 

SAMMLUNG | COLLECTION OF ART
FALCKENBERG

harald falckenberg - ziviler ungehorsam - click zu amazon und buch kaufen



 

foto: jens ullheimer
Foto: Jens Ullheimer
Muehl-Hamburg-2004

 


Dank an Frau Melster ( art & culture )
für die Fotoerlaubnis in 2003

 

 

 

 

 

Sex, Drugs & Wiener Aktionismus "In Deutschland haben die Studenten die Universitäten besetzt", ist über die Sechziger und den Aktionismus zu lesen, "in Österreich haben Muehl und seine Gefährten in die Uni geschissen." Muehls bedeutendste künstlerische Arbeit fällt in die Zeit des Wiener Aktionismus. Anfang der 60er Jahre protestiert er gemeinsam mit Brus, Frohner, Nitsch & Co gegen das bürgerliche Kunstempfinden und die starren Gesellschaftsstrukturen. Mit ungeheurer Radikalität stellen sie das traditionelle Tafelbild in Frage und setzen an seine Stelle die Aktion.

Durch die Aktion "Kunst und Revolution" 1968, die in der Wiener Universität stattfand, kam Muehl zwei Monate lang in Untersuchungshaft. Im September des gleichen Jahres führte er in München eine "Pissaktion" vor Publikum durch. Ende 1969 kam es erneut zu einem Skandal, als bei einer Aktion ein Schwein geschlachtet wurde, und Blut, diverse Materialien, Urin und Kot über eine nackte Frau geschüttet wurden. Währenddessen wurden Weihnachtslieder über Lautsprecher gespielt.

OTTO MUEHL 17. Juni bis 22. September 2005
  • 1968 Idee "Kunst ins Leben" mit der Gründung der AAO-(Aktionsanalytische Organisation) Kommune am Friedrichshof, Österreich.
  • 1990 - nach der Verurteilung Muehls zu einer 7-jährigen Haftstrafe wegen diverser Sittlichkeits- und Suchtgiftdelikte - aufgelöst.

Ende der 1960er Jahre wendet sich Muehl vom elitären Kunstmarkt ab. Nach seiner gescheiterten Ehe verkündet er die Überwindung der Kleinfamilie zur Maxime, propagiert freien Sex statt 2-erBeziehungen. Am Ende der Suche nach politischen, wie gesellschaftlichen Alternativen steht als Ergebnis die Umsetzung der Idee "Kunst ins Leben" mit der Gründung der AAO-(Aktionsanalytische Organisation) Kommune am Friedrichshof, Österreich. Unter dem Einfluss der Schriften von Charles Fourie, Wilhelm Reich und Sigmund Freud entwirft Otto Muehl ein Gesellschaftsmodell, dessen wichtigste Merkmale die Aktionsanalyse, die Selbstdarstellung, das gemeinsame Eigentum und die freie Sexualität sind. In ihrem "Paradies", einem potemkinschen Dorf, abgeschottet vom Rest der Welt, wollen sie zum Ursprung menschlichen Lebens zurückkehren. Politische Akzeptanz und die Anerkennung von Künstlerkollegen lösten eine fast kultische Verehrung aus.

Historischer Bezug: Charles Fourier (* 7. April 1772 in Besançon; † 19. Oktober 1837 in Paris) war ein französischer Gesellschaftstheoretiker, ein Vertreter des Frühsozialismus und scharfer Kritiker des frühen Kapitalismus. Fouriers Werke wurden ab 1966 in einer kritischen Gesamtausgabe herausgegeben, vor allem: Le nouveaux monde amoureux ("Die neue Liebeswelt"), das wohl um 1820 herum entstand, aber erst 1967 in einer vollständigen Ausgabe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Dieses Werk stellt die kühnste und auch von seinen eigenen Schülern am wenigsten vertretene Idee Fouriers in den Mittelpunkt: dass eine soziale Revolution nur verbunden mit einer sexuellen Revolution im Sinne der Freien Liebe zum Ziel führen kann.

Erneut bedeutsam sind die Theorien und Entwürfe Fouriers im Zuge der 1968er-Revolution geworden. Deren Motto, »Fantasie an die Macht« (frz. L'imagination au pouvoir) entstammt direkt der Neuen Liebeswelt, und einige der radikalsten Kommunenexperimente der 70er Jahre, wie z.B. die Aktionsanalytische Aktion des Wiener Aktionismus-Künstlers Otto Muehl beziehen sich, außer auf Wilhelm Reich, auch auf Charles Fourie. (nach Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

ZITAT: Dr. Falckenberg zur Ausstellung Hamburg 2005

"Der Wiener Aktionismus hat eine lange Tradition von de Sade über Schiele, Artaud, in der Gegenwart fortgesetzt von McCarthy, Kelley, Meese und Melgaard, um nur einige Namen zu nennen. Muehls Kunst stellt eine wichtige Position dieser Richtung dar, die eine wesentliche Wurzel in der Groteske des Mittelalters hat. Beschmutzungen und Kopulationen in der Öffentlichkeit waren auf den karnevalesken Umzügen der Vergangenheit gang und gäbe." "Diesen Gesamtzusammenhang der Kunst deutlich zu machen, ist das Anliegen der "Otto Muehl-Retrospektive", wie wir sie unter Übernahme der Arbeiten der Ausstellung im MAK mit der auch dort tätigen Kuratorin Bettina Busse in Hamburg zeigen wollen. Auf den Titel "Lebenswerk" werden wir verzichten, da wir den wichtigen Komplex "Kommune Friedrichshof" und die spezifisch auf die Kommune bezogene Kunst in Hamburg ausklammern werden." "Wir sind der Überzeugung, daß sich die weitreichenden Fragestellungen und Probleme der Kommune Friedrichshof nicht in einer Kunstausstellung aufbereiten lassen. Dies ist Aufgabe historischer, soziologischer, psychologischer und letztlich auch juristischer Untersuchungen, die an einem solchen Ort nicht unternommen werden können."

ZITAT: Frankfurter Rundschau zur Ausstellung Wien 2004

"Haifisch ohne Zähne" Die Ausstellung über den Aktionisten, Kommunarden und Maler Otto Muehl hat Angst vor sich selbst VON STEPHAN HILPOLD anlässlich der Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst ( MAK ), Wien 2004

"Der juristische Streit, der ausgefochten und entschieden wurde (Muehl wurde wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger belangt, und im Umfeld der Schau 2004 in Wien wurden jetzt von ehemaligen Kommunarden neue, noch unbekannte Vorwürfe laut), mag die eine Seite der Medaille sein. Sie hat im Museum fürwahr nichts zu suchen. Deswegen aber die Zeit am Friedrichshof, immerhin knappe 20 Jahre, auf die sich auch die meisten Anschuldigungen beziehen, beinahe vollends auszuklammern, scheint der falsche Weg. Die Kunst Otto Muehls war und ist eine Kunst, die sich ins Leben stürzt. Also wird man sich auch bei ihrer unumgänglichen Aufarbeitung vor dem Leben nicht so einfach drücken können. Widerstände hin oder her."

 


Link _ Tipps

Rede anlässlich der Eröffnung der Ausstellung " Otto Muehl - Leben / Kunst / Werk - Wien - 2004
von Regis Michel ( Le Louvre )

Otto Muehl Biographie
Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Galerie Hofstätter, Wien - Österreich
Otto Muehl Aktionsfotos
u.a. "Materialaktion 5" und "Oh, Tannenbaum"

re-port
Kritik an der MAK Ausstellung 2004 in Wien

Wiener Aktionismus und Film | download PDF
Begleitheft | 12-2007 | Verlag Filmarchiv Austria

 

 

S U C H E N

 

 

copyright © NetPlanet - Harburg / Hamburg Süd > alle Rechte vorbehalten | creation :::: netSamurai Digital Media HH